Fachbegriffe aus Beschichtung, Korrosionsschutz und Oberflächentechnik verständlich erklärt.
Die wichtigsten Begriffe rund um Industriebeschichtung, Korrosionsschutz nach DIN EN ISO 12944, Oberflächenvorbereitung, Schiffsbeschichtung und Qualitätsprüfung – kurz und verständlich erklärt.
Beschichtungsstoff aus zwei Komponenten – Stammlack und Härter –, die vor der Verarbeitung gemischt werden und chemisch aushärten. 2K-Systeme auf Epoxid- oder Polyurethanbasis sind besonders widerstandsfähig und werden im schweren Korrosionsschutz, in der Industrie und im maritimen Bereich eingesetzt.
Mehr dazuPrüfverfahren nach DIN EN ISO 4624, bei dem ein Prüfstempel auf die Beschichtung geklebt und senkrecht abgezogen wird. Die gemessene Kraft zeigt, wie fest die Beschichtung am Untergrund und zwischen den Schichten haftet. Der Abreißversuch ist ein Standard bei Abnahmen.
Mehr dazuApplikationsverfahren, bei dem der Beschichtungsstoff mit hohem Druck ohne Druckluft durch eine Düse zerstäubt wird. Es eignet sich für große Flächen wie Schiffsrümpfe, Stahlbauten und Industrieanlagen und ermöglicht hohe Schichtdicken in wenigen Arbeitsgängen.
Mehr dazuBeschichtung für das Unterwasserschiff, die den Bewuchs mit Algen, Muscheln und Seepocken verhindert oder reduziert. Weniger Bewuchs bedeutet geringeren Strömungswiderstand und damit weniger Treibstoffverbrauch. Zugelassene Antifoulings müssen dem AFS-Übereinkommen der IMO entsprechen.
Mehr dazuAustritt flüchtiger Bestandteile aus Materialien unter Vakuum. In der Raumfahrt können ausgasende Beschichtungen sich auf Optiken und Sensoren niederschlagen. Deshalb werden dort ausgasungsarme Materialien eingesetzt, die nach Prüfverfahren der Raumfahrt bewertet sind.
Mehr dazuAbgestimmter Aufbau aus mehreren Schichten – meist Grundbeschichtung, Zwischenbeschichtung und Deckbeschichtung – mit festgelegten Schichtdicken. Das System wird nach Untergrund, Korrosivitätskategorie und gewünschter Schutzdauer ausgewählt.
Mehr dazuOberste Schicht eines Beschichtungssystems, häufig auf Polyurethanbasis. Sie schützt die darunterliegenden Schichten vor UV-Strahlung und Witterung und bestimmt Farbton und Glanzgrad der Oberfläche.
Mehr dazuInternationale Normenreihe für den Korrosionsschutz von Stahlbauten durch Beschichtungssysteme. Sie definiert unter anderem Korrosivitätskategorien, Schutzdauern, Anforderungen an die Oberflächenvorbereitung und Prüfverfahren. Die Norm ist eine Planungs- und Ausführungsgrundlage, kein Zertifikat.
Mehr dazuKombination aus Feuerverzinkung und zusätzlicher Beschichtung. Zink und Beschichtung schützen sich gegenseitig, sodass die Schutzdauer deutlich höher ist als die Summe der Einzelsysteme. Duplex-Systeme werden häufig im Stahlbau und bei Infrastrukturbauwerken eingesetzt.
Mehr dazuBeschichtung auf Basis von Epoxidharz mit sehr guter Haftung und hoher Beständigkeit gegen Wasser, Chemikalien und mechanische Belastung. Epoxidsysteme werden als Grund- und Zwischenbeschichtung, für Tanks und im Unterwasserbereich verwendet.
Mehr dazuBiozidfreie Unterwasserbeschichtung mit sehr glatter, meist silikonbasierter Oberfläche. Bewuchs haftet nur schwach und wird bei Fahrt abgelöst. Sie ist eine umweltfreundliche Alternative zu klassischem Antifouling.
Mehr dazuNorwegisches Qualifizierungsprogramm für Inspektoren im Bereich Oberflächenbehandlung und Korrosionsschutz. FROSIO-qualifiziertes Personal prüft unter anderem Oberflächenvorbereitung, Klimabedingungen und Schichtdicken.
Mehr dazuEinfache Prüfung der Haftung nach DIN EN ISO 2409: In die Beschichtung wird ein Gittermuster geschnitten und anschließend beurteilt, wie viel Beschichtung abplatzt. Das Ergebnis wird in Kennwerten von 0 bis 5 angegeben.
Mehr dazuErste Schicht eines Beschichtungssystems, auch Primer genannt. Sie sorgt für die Haftung auf dem Untergrund und übernimmt oft den aktiven Korrosionsschutz, etwa als Zinkstaubgrundierung.
Mehr dazuHigh Volume Low Pressure: Spritzverfahren mit großem Luftvolumen und niedrigem Druck. Es erzeugt wenig Overspray und eignet sich für hochwertige Oberflächen, etwa bei Yacht- und Luftfahrtlackierungen.
Mehr dazuKategorien der DIN EN ISO 12944 für eingetauchte oder erdberührte Bauteile: Im1 Süßwasser, Im2 Meer- und Brackwasser, Im3 Erdreich, Im4 Meerwasser mit kathodischem Schutz. Sie gelten etwa für Unterwasserschiffe, Spundwände und Offshore-Strukturen.
Mehr dazuVerfahren, bei dem Stahl durch Opferanoden oder einen Fremdstrom elektrochemisch vor Korrosion geschützt wird. Es wird häufig mit Beschichtungen kombiniert, zum Beispiel bei Schiffen, Offshore-Anlagen und erdverlegten Leitungen.
Mehr dazuZerstörung eines Werkstoffs durch chemische oder elektrochemische Reaktion mit seiner Umgebung, bei Stahl vor allem durch Sauerstoff und Feuchtigkeit (Rost). Salz, Schadstoffe und hohe Luftfeuchte beschleunigen die Korrosion erheblich.
Mehr dazuEinteilung der atmosphärischen Umgebung nach DIN EN ISO 12944-2 von C1 (unbedeutend, beheizte Innenräume) bis C5 (sehr hoch, Industrie und Küste) und CX (extrem, z. B. Offshore). Die Kategorie bestimmt, welches Beschichtungssystem nötig ist.
Mehr dazuDicke einer frisch aufgetragenen, noch nicht getrockneten Beschichtung. Sie wird während der Applikation mit einem Messkamm kontrolliert, damit nach der Trocknung die geforderte Trockenschichtdicke erreicht wird.
Mehr dazuAlle Arbeiten, die den Untergrund für die Beschichtung vorbereiten – etwa Entfetten, Strahlen und Entstauben. Sie ist entscheidend für Haftung und Lebensdauer: Die meisten Beschichtungsschäden gehen auf eine unzureichende Vorbereitung zurück.
Mehr dazuOberflächenprofil eines gestrahlten Untergrunds, geprüft nach DIN EN ISO 8503. Eine passende Rauheit vergrößert die wirksame Oberfläche und verbessert die Haftung des Beschichtungssystems.
Mehr dazuMaß für die Sauberkeit gestrahlter Stahloberflächen nach DIN EN ISO 8501-1. Sa 2½ bedeutet sehr gründliches Strahlen mit nur noch geringfügigen Rückständen, Sa 3 eine metallisch reine Oberfläche. Der erforderliche Grad hängt vom Beschichtungssystem ab.
Mehr dazuLaborprüfung nach DIN EN ISO 9227, bei der beschichtete Proben in einer Kammer einem salzhaltigen Nebel ausgesetzt werden. Der Test dient zum Vergleich der Korrosionsbeständigkeit von Beschichtungen.
Mehr dazuErwartete Zeit bis zur ersten größeren Instandsetzung eines Beschichtungssystems nach DIN EN ISO 12944: niedrig (L, bis 7 Jahre), mittel (M, 7–15 Jahre), hoch (H, 15–25 Jahre) und sehr hoch (VH, über 25 Jahre). Sie ist keine Gewährleistungsfrist.
Mehr dazuVerfahren der Oberflächenvorbereitung, bei dem ein Strahlmittel mit hoher Geschwindigkeit auf die Oberfläche geschleudert wird. So werden Rost, Zunder und Altbeschichtungen entfernt und das gewünschte Rauheitsprofil erzeugt.
Mehr dazuTemperatur, bei der Luftfeuchtigkeit kondensiert. Beschichtet werden darf nur, wenn die Oberflächentemperatur ausreichend über dem Taupunkt liegt – in der Regel mindestens 3 °C –, sonst bildet sich ein Feuchtigkeitsfilm, der die Haftung beeinträchtigt.
Mehr dazuDicke der ausgehärteten Beschichtung, gemessen in Mikrometern (µm). Sie wird zerstörungsfrei geprüft und dokumentiert und ist ein zentraler Kennwert für den Korrosionsschutz eines Beschichtungssystems.
Mehr dazuBeschichtung des Unterwasserschiffs, bestehend aus Korrosionsschutz-Grundbeschichtungen und einem Antifouling oder Foul-Release-System. Der Unterwasseranstrich wird bei Dockungen erneuert oder ausgebessert.
Mehr dazuGrundbeschichtung mit hohem Zinkanteil, die Stahl aktiv vor Korrosion schützt: Bei Beschädigungen korrodiert zunächst das Zink statt des Stahls. Sie wird häufig im schweren Korrosionsschutz eingesetzt.
Mehr dazuZusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für Ingenieurbauten. Teil 4 regelt unter anderem den Korrosionsschutz von Stahlbauten im Brücken- und Ingenieurbau öffentlicher Auftraggeber in Deutschland.
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