Glossar · Beschichtung & Korrosionsschutz
Zinkstaubgrundierung: Grundbeschichtung mit hohem Zinkanteil, die Stahl aktiv vor Korrosion schützt: Bei Beschädigungen korrodiert zunächst das Zink statt des Stahls. Sie wird häufig im schweren Korrosionsschutz eingesetzt.
Zinkstaubgrundierungen enthalten einen sehr hohen Anteil an Zinkpulver, der eine elektrisch leitende Verbindung der Zinkpartikel untereinander und zum Stahl ermöglicht. Da Zink unedler als Eisen ist, wirkt es bei Verletzungen der Beschichtung als Opferanode und schützt den Stahl kathodisch. Zusätzlich verschließen Zinkkorrosionsprodukte kleine Poren und Fehlstellen. DIN EN ISO 12944-5 bezeichnet Zinkstaub-Grundbeschichtungen als Zn (R) und fordert dafür einen Zinkstaubanteil von mindestens 80 Masseprozent im nichtflüchtigen Anteil.
In der Praxis werden zwei Hauptgruppen eingesetzt:
Voraussetzung für die volle Wirkung ist ein gestrahlter Untergrund, meist mindestens Sa 2½, damit der metallische Kontakt zwischen Zink und Stahl gegeben ist. Typische Fehler sind zu hohe Schichtdicken, die bei Silikaten zu Schrumpfrissen (Mud Cracking) führen, eine unzureichende Aushärtung von Ethylsilikaten bei zu geringer Luftfeuchte und Blasenbildung in der Folgeschicht, weil die poröse Zinkschicht Luft einschließt. Gegen Letzteres wird häufig eine dünne Nebelschicht (Mist Coat) vor der Zwischenbeschichtung aufgetragen. Zinksalze auf der Oberfläche müssen vor dem Überarbeiten entfernt werden. COATER plant Untergrundvorbereitung, Schichtdicken und Überarbeitung von Zinkstaubgrundierungen nach den Vorgaben des jeweiligen Systems.
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Projekt anfragen+49 (0)40 756 667 32Zinkstaub-Epoxid-Grundierungen sind organisch gebunden, verzeihen eher kleinere Abweichungen in Vorbereitung und Klima und lassen sich gut überarbeiten. Zinkstaub-Ethylsilikate sind anorganisch gebunden, bieten eine sehr hohe Schutzwirkung und Temperaturbeständigkeit, benötigen aber Luftfeuchtigkeit zur Aushärtung und sind empfindlich gegenüber zu hohen Schichtdicken. Ethylsilikate werden deshalb vor allem in der Offshore- und Hochtemperaturanwendung eingesetzt. Die Wahl richtet sich nach Belastung und Verarbeitungsbedingungen.
Zinkstaubgrundierungen, insbesondere auf Silikatbasis, sind porös. Wird die nächste Schicht direkt in voller Dicke aufgetragen, kann Luft aus den Poren aufsteigen und Blasen oder Krater bilden. Abhilfe schafft eine dünne, stark verdünnte Nebelschicht, die die Poren verschließt, bevor die eigentliche Zwischenbeschichtung folgt. Die genaue Vorgehensweise gibt der Hersteller im Datenblatt vor.
In milden Umgebungen und für begrenzte Zeiträume kann eine Zinkstaubgrundierung allein Schutz bieten, etwa als Werksbeschichtung vor der Montage. Für dauerhaften Schutz in mittleren bis hohen Korrosivitätskategorien wird sie jedoch fast immer mit Zwischen- und Deckbeschichtungen kombiniert. Ohne Deckschicht wird das Zink schneller verbraucht, insbesondere in salzhaltiger oder saurer Atmosphäre. Das Gesamtsystem bestimmt die erreichbare Schutzdauer.
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