Glossar · Beschichtung & Korrosionsschutz
Abreißversuch: Prüfverfahren nach DIN EN ISO 4624, bei dem ein Prüfstempel auf die Beschichtung geklebt und senkrecht abgezogen wird. Die gemessene Kraft zeigt, wie fest die Beschichtung am Untergrund und zwischen den Schichten haftet. Der Abreißversuch ist ein Standard bei Abnahmen.
Der Abreißversuch nach DIN EN ISO 4624 liefert einen quantitativen Haftfestigkeitswert in MPa. Dazu wird ein Prüfstempel (Dolly) mit einem geeigneten Klebstoff auf die Beschichtung geklebt, nach dem Aushärten häufig umschnitten und mit einem Haftabzugsprüfgerät senkrecht abgezogen. Für Prüfungen an ausgeführten Bauwerken und Abnahmen vor Ort beschreibt DIN EN ISO 16276-1 die Durchführung und Bewertung. Bei Abnahmen im Stahlbau, an Schiffen und bei Instandsetzungen gehört der Abreißversuch zu den aussagekräftigsten Haftprüfungen. Er wird außerdem genutzt, um bei Altbeschichtungen zu entscheiden, ob diese überarbeitet werden können oder entfernt werden müssen.
Ebenso wichtig wie der Zahlenwert ist das Bruchbild. Es zeigt, wo das System versagt hat:
Typische Einflussfaktoren auf das Ergebnis sind die Aushärtung der Beschichtung, ungeeigneter oder nicht durchgehärteter Klebstoff, schräges Abziehen sowie die Gesamtschichtdicke. Werte sind nur vergleichbar, wenn Gerätetyp, Stempeldurchmesser und Vorgehen gleich sind. Da die Prüfstelle anschließend ausgebessert werden muss, wird die Zahl der Messstellen vorab im Prüfplan festgelegt. COATER stimmt Prüfumfang, Anforderungswerte und Dokumentation bei der Planung auf die Spezifikation des Auftraggebers ab.
Antworten auf typische Fragen von Einkäufern, Planern und Werften rund um Abreißversuch.
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Projekt anfragen+49 (0)40 756 667 32Einen allgemeingültigen Grenzwert gibt es nicht, die Anforderung ergibt sich aus der Projektspezifikation, dem Beschichtungssystem oder einem Regelwerk. Häufig werden Mindestwerte in MPa zusammen mit einem zulässigen Bruchbild vereinbart. Ein niedriger Wert mit Kohäsionsbruch in der Deckschicht ist anders zu bewerten als ein Adhäsionsbruch direkt am Stahl. Deshalb sollten Grenzwert und Bewertungskriterien vor Beginn der Arbeiten schriftlich festgelegt werden.
Nein, der Abreißversuch ist ein zerstörendes Prüfverfahren. Beim Abziehen des Prüfstempels wird die Beschichtung an der Messstelle bis zum Untergrund oder bis in eine Zwischenschicht beschädigt. Die Prüfstelle muss anschließend fachgerecht ausgebessert werden, um keine Schwachstelle im Korrosionsschutz zu hinterlassen. Aus diesem Grund werden Anzahl und Lage der Messstellen im Prüfplan begrenzt und oft auf Referenzflächen gelegt.
Die Gitterschnittprüfung nach DIN EN ISO 2409 ist für dünnere Schichten bis etwa 250 µm vorgesehen und liefert nur eine qualitative Einstufung. Der Abreißversuch eignet sich auch für dickschichtige Systeme und ergibt einen messbaren Kennwert mit Bruchbild. Für Abnahmen im schweren Korrosionsschutz, bei Instandsetzungen oder bei Streitfällen ist er daher meist die aussagekräftigere Methode. Beide Verfahren können sich in einem Prüfplan sinnvoll ergänzen.
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