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Gitterschnittprüfung: Einfache Prüfung der Haftung nach DIN EN ISO 2409: In die Beschichtung wird ein Gittermuster geschnitten und anschließend beurteilt, wie viel Beschichtung abplatzt. Das Ergebnis wird in Kennwerten von 0 bis 5 angegeben.

Die Gitterschnittprüfung nach DIN EN ISO 2409 ist ein schnelles, einfaches Verfahren, um die Haftung einer Beschichtung auf dem Untergrund und zwischen den Schichten zu beurteilen. Mit einem Mehrschneidengerät oder einer Einzelklinge und Schablone werden zwei Schnittreihen im rechten Winkel bis auf den Untergrund gezogen. Anschließend wird lose Beschichtung abgebürstet, gegebenenfalls ein Klebeband aufgebracht und abgezogen und das Schnittbild mit Referenzbildern der Norm verglichen. Die Einstufung reicht von Kennwert 0 (Schnittränder vollkommen glatt) bis 5 (starke Abplatzungen).

Der Schnittabstand richtet sich nach Schichtdicke und Untergrund:

  • bis 60 µm: 1 mm Abstand auf harten Untergründen
  • 61 bis 120 µm: 2 mm Abstand
  • 121 bis 250 µm: 3 mm Abstand

Für Schichtdicken über 250 µm ist das Verfahren nicht vorgesehen; hier wird meist der Abreißversuch oder der Kreuzschnitt nach DIN EN ISO 16276-2 eingesetzt. Typische Fehler sind stumpfe Klingen, nicht bis zum Untergrund reichende Schnitte und falsch gewählte Schnittabstände, die das Ergebnis verfälschen. Auch eine noch nicht vollständig ausgehärtete Beschichtung führt zu unzutreffenden Werten. Da die Prüfung zerstörend ist, muss die Prüfstelle anschließend ausgebessert werden. COATER legt Prüfverfahren und Abnahmekriterien abhängig von Schichtdicke und Spezifikation fest.

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Häufige Fragen: Gitterschnittprüfung

Antworten auf typische Fragen von Einkäufern, Planern und Werften rund um Gitterschnittprüfung.

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In vielen Spezifikationen gelten die Kennwerte 0 und 1 als gut, Kennwert 2 wird je nach Anforderung noch akzeptiert. Die Werte 3 bis 5 deuten auf eine unzureichende Haftung hin. Verbindlich ist aber immer die vereinbarte Projektspezifikation oder das zugrunde liegende Regelwerk. Der Grenzwert sollte deshalb vor Ausführungsbeginn festgelegt werden, damit die Abnahme eindeutig bewertet werden kann.

DIN EN ISO 2409 ist für Gesamtschichtdicken bis 250 µm vorgesehen. Bei dickeren Systemen lassen sich die Schnitte nicht mehr sauber bis zum Untergrund führen, und die Ergebnisse werden unzuverlässig. Für dickschichtige Systeme im schweren Korrosionsschutz eignen sich der Abreißversuch nach DIN EN ISO 4624 bzw. 16276-1 oder der Kreuzschnitt nach DIN EN ISO 16276-2. Das Verfahren sollte deshalb immer passend zur Sollschichtdicke gewählt werden.

Ja, im Wesentlichen. Früher wurden die Ergebnisse nach der zurückgezogenen DIN 53151 häufig als GT 0 bis GT 5 bezeichnet. Heute gilt die DIN EN ISO 2409 mit den Kennwerten 0 bis 5, die inhaltlich vergleichbar sind. In älteren Spezifikationen oder Datenblättern findet man die GT-Bezeichnung noch. Bei neuen Ausschreibungen sollte die aktuelle Norm zitiert werden.