Glossar · Beschichtung & Korrosionsschutz
Schutzdauer: Erwartete Zeit bis zur ersten größeren Instandsetzung eines Beschichtungssystems nach DIN EN ISO 12944: niedrig (L, bis 7 Jahre), mittel (M, 7–15 Jahre), hoch (H, 15–25 Jahre) und sehr hoch (VH, über 25 Jahre). Sie ist keine Gewährleistungsfrist.
Die Schutzdauer ist ein Planungsparameter, der Auftraggebern hilft, ein wirtschaftlich passendes Beschichtungssystem und ein Instandhaltungskonzept festzulegen. DIN EN ISO 12944-1 definiert sie als die erwartete Zeit bis zur ersten größeren Instandsetzung. Als Kriterium für diese Instandsetzung wird üblicherweise der Rostgrad Ri 3 nach DIN EN ISO 4628-3 herangezogen. Die Norm unterscheidet vier Klassen: Sie wird immer in Verbindung mit einer Korrosivitäts- oder Immersionskategorie angegeben, etwa C4-H oder Im2-M.
Ausdrücklich gilt: Die Schutzdauer ist keine Gewährleistungsfrist. Gewährleistungsregelungen werden vertraglich vereinbart und sind in der Regel deutlich kürzer. Die tatsächlich erreichte Schutzdauer hängt nicht nur vom System ab, sondern auch von der Qualität der Oberflächenvorbereitung, der Einhaltung der Schichtdicken, der Konstruktion und der realen Belastung am Bauwerk. Wird etwa die Korrosivitätskategorie zu niedrig eingeschätzt oder werden Kanten nicht ausreichend geschützt, kann die erste Instandsetzung deutlich früher fällig werden. Für Planer lohnt es sich, Schutzdauer und Zugänglichkeit gemeinsam zu betrachten: Bei schwer zugänglichen Bauteilen ist eine hohe oder sehr hohe Schutzdauer oft wirtschaftlicher. COATER berücksichtigt Schutzziel, Belastung und Instandhaltungsmöglichkeiten gemeinsam bei der Materialauswahl.
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Projekt anfragen+49 (0)40 756 667 32Nein, die Norm stellt ausdrücklich klar, dass die Schutzdauer keine Gewährleistungszeit ist. Sie ist ein technischer Planungswert, der bei der Auswahl des Beschichtungssystems hilft. Gewährleistungsfristen werden unabhängig davon im Vertrag vereinbart und sind meist kürzer. Wer eine bestimmte Gewährleistung wünscht, sollte diese mit Umfang und Bedingungen ausdrücklich in den Vertragsunterlagen regeln.
Die Wahl hängt von der geplanten Nutzungsdauer des Bauwerks, der Zugänglichkeit für Instandsetzungen und den Kosten von Stillständen ab. Bei leicht zugänglichen Bauteilen kann eine mittlere Schutzdauer mit planmäßiger Instandhaltung wirtschaftlich sein. Bei Brücken, Offshore-Strukturen oder Anlagen mit hohen Ausfallkosten ist häufig eine hohe oder sehr hohe Schutzdauer sinnvoll. Eine Lebenszykluskostenbetrachtung hilft bei der Entscheidung.
Regelmäßige Inspektionen und das frühzeitige Ausbessern kleiner Schäden verlängern die Zeit bis zur ersten größeren Instandsetzung erheblich. Besonders wichtig ist das Nacharbeiten an Kanten, Schweißnähten und mechanisch beschädigten Stellen. Auch das Reinigen von Salz- und Schmutzablagerungen kann die Alterung verlangsamen. Ein dokumentiertes Wartungskonzept sollte deshalb bereits bei der Planung des Systems mitgedacht werden.
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