Glossar · Beschichtung & Korrosionsschutz
Taupunkt: Temperatur, bei der Luftfeuchtigkeit kondensiert. Beschichtet werden darf nur, wenn die Oberflächentemperatur ausreichend über dem Taupunkt liegt – in der Regel mindestens 3 °C –, sonst bildet sich ein Feuchtigkeitsfilm, der die Haftung beeinträchtigt.
Der Taupunkt hängt von Lufttemperatur und relativer Luftfeuchte ab: Je feuchter die Luft, desto näher liegt der Taupunkt an der Lufttemperatur. Fällt die Temperatur einer Stahloberfläche unter den Taupunkt der umgebenden Luft, bildet sich ein oft unsichtbarer Feuchtigkeitsfilm. Wird darauf beschichtet, haftet die Grundbeschichtung schlecht, frisch gestrahlter Stahl rostet unter dem Film an, und zwischen den Schichten kann es zu Enthaftungen kommen. Stahl reagiert dabei träger als die Luft, sodass Bauteile nach kühlen Nächten oder bei Wetterumschwüngen besonders gefährdet sind.
In der Praxis werden vor und während der Beschichtung regelmäßig gemessen und dokumentiert:
Als allgemein anerkannte Regel muss die Oberflächentemperatur mindestens 3 K über dem Taupunkt liegen; viele Datenblätter begrenzen zusätzlich die relative Luftfeuchte, häufig auf 80 bis 85 %. Die Bewertung der Kondensationswahrscheinlichkeit ist in DIN EN ISO 8502-4 beschrieben. Typische Fehler sind Messungen nur zu Arbeitsbeginn, Messungen an der falschen Stelle, etwa auf der Sonnenseite, und das Ignorieren von Kältebrücken. In Hallen und Tanks helfen Entfeuchtung und Beheizung, die Bedingungen stabil zu halten. COATER berücksichtigt Klimabedingungen bei der Ablaufplanung und dokumentiert sie als Teil der Ausführung.
Antworten auf typische Fragen von Einkäufern, Planern und Werften rund um Taupunkt.
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Projekt anfragen+49 (0)40 756 667 32Der Abstand von 3 K ist ein Sicherheitszuschlag für Messungenauigkeiten und örtliche Temperaturunterschiede auf dem Bauteil. Die Oberflächentemperatur kann zwischen Sonnen- und Schattenseite, an dicken und dünnen Blechen oder an Kältebrücken deutlich schwanken. Ohne diesen Puffer könnte sich an einzelnen Stellen trotzdem Kondensat bilden. Die Regel findet sich in vielen Spezifikationen und Technischen Datenblättern und ist in der Praxis allgemein anerkannt.
Üblich sind elektronische Klimamessgeräte, die Lufttemperatur, relative Luftfeuchte und über einen Magnetfühler die Oberflächentemperatur erfassen und den Taupunkt automatisch berechnen. Alternativ kann der Taupunkt aus Lufttemperatur und Luftfeuchte mit Tabellen ermittelt werden. Die Messungen werden vor Arbeitsbeginn und in regelmäßigen Abständen während der Arbeiten wiederholt. Die Ergebnisse gehören in das Baustellen- bzw. Klimaprotokoll.
Dann darf in der Regel nicht beschichtet und häufig auch nicht gestrahlt werden, weil die Oberfläche sonst sofort wieder anrostet. Möglich sind das Abwarten besserer Bedingungen, das Einhausen des Arbeitsbereichs sowie Entfeuchten und Beheizen der Luft. In Tanks, Doppelböden und Hallen ist der Einsatz von Entfeuchtungsanlagen gängige Praxis. Wichtig ist, solche Maßnahmen bereits in Zeitplan und Kalkulation zu berücksichtigen.
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