Glossar · Beschichtung & Korrosionsschutz
Kathodische Enthaftung: Ablösung einer Beschichtung vom Stahl, die durch die elektrochemischen Reaktionen eines kathodischen Korrosionsschutzes ausgelöst wird. Sie betrifft vor allem eingetauchte und erdverlegte Bauteile wie Schiffsrümpfe, Offshore-Strukturen und Rohrleitungen.
Bei kathodischem Korrosionsschutz wird der Stahl durch Opferanoden oder Fremdstrom so polarisiert, dass er nicht mehr korrodiert. An Fehlstellen der Beschichtung, an denen Stahl und Elektrolyt in Kontakt stehen, laufen dann kathodische Reaktionen ab. Dabei entstehen Hydroxidionen, die den pH-Wert unter dem Rand der Beschichtung stark anheben, und bei sehr negativen Potenzialen zusätzlich Wasserstoff. Beides kann die Haftung der Beschichtung am Stahl schwächen, sodass sich die Enthaftung von der Fehlstelle aus ringförmig ausbreitet. Besonders bei Überschutz, also zu negativ eingestellten Potenzialen, nimmt das Risiko zu.
Für eingetauchte Bauteile mit kathodischem Schutz ist die Beständigkeit gegen kathodische Enthaftung deshalb ein wichtiges Auswahlkriterium. Geprüft wird sie in Laborversuchen, zum Beispiel:
Dabei wird eine künstliche Fehlstelle angelegt, das Prüfstück unter ein definiertes Schutzpotenzial gesetzt und nach der Prüfdauer die Ausdehnung der Enthaftung gemessen. In der Praxis tragen eine gute Oberflächenvorbereitung, ausreichende Schichtdicken und ein korrekt eingestelltes Schutzsystem dazu bei, das Risiko zu begrenzen. Beschichtung und kathodischer Schutz sollten daher immer gemeinsam geplant werden. COATER berücksichtigt bei Immersionsbauteilen, ob ein kathodischer Schutz vorgesehen ist, und wählt Beschichtungen mit entsprechender Eignung aus.
Antworten auf typische Fragen von Einkäufern, Planern und Werften rund um Kathodische Enthaftung.
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Projekt anfragen+49 (0)40 756 667 32An Fehlstellen der Beschichtung entstehen durch die kathodische Reaktion Hydroxidionen, die den pH-Wert stark erhöhen. Dieses alkalische Milieu kann die Bindung zwischen Beschichtung und Stahl angreifen. Bei sehr negativen Potenzialen bildet sich zudem Wasserstoff, der die Beschichtung zusätzlich unterwandern kann. Die Enthaftung breitet sich dann von der Fehlstelle nach außen aus.
Im Labor wird in eine beschichtete Probe eine künstliche Fehlstelle gebohrt. Die Probe wird in einen Elektrolyten getaucht und mit einem definierten Schutzpotenzial beaufschlagt. Nach der Prüfdauer wird gemessen, wie weit sich die Beschichtung um die Fehlstelle gelöst hat. Für Meerwasser beschreibt DIN EN ISO 15711 ein solches Verfahren.
Wichtig ist eine Beschichtung, die nachweislich für den Einsatz mit kathodischem Schutz geeignet ist. Ebenso entscheidend sind eine gründliche Oberflächenvorbereitung und ausreichende Schichtdicken. Das Schutzsystem sollte so eingestellt sein, dass kein Überschutz entsteht. Regelmäßige Potenzialmessungen helfen, das zu überwachen.
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