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Unterwasseranstrich: Beschichtung des Unterwasserschiffs, bestehend aus Korrosionsschutz-Grundbeschichtungen und einem Antifouling oder Foul-Release-System. Der Unterwasseranstrich wird bei Dockungen erneuert oder ausgebessert.

Der Unterwasseranstrich ist ein Beschichtungssystem für den dauerhaft eingetauchten Teil des Schiffsrumpfs. Er muss zwei Aufgaben zugleich erfüllen: den Stahl dauerhaft vor Korrosion schützen und Bewuchs mit Algen, Muscheln und Seepocken verhindern oder begrenzen. Typischerweise besteht er aus mehreren Schichten Epoxid-Korrosionsschutz, gegebenenfalls einer Haft- oder Sperrschicht (Tie Coat) und einem Antifouling oder Foul-Release-System. In der Wasserwechselzone, dem Wasserpass, kommen besondere Belastungen durch Nass-Trocken-Wechsel und mechanische Beanspruchung hinzu. Sein Zustand beeinflusst unmittelbar Geschwindigkeit, Treibstoffverbrauch und Wartungsaufwand des Schiffes.

Bei einer Dockung umfasst die Erneuerung meist folgende Schritte:

  • Hochdruckreinigung mit Süßwasser direkt nach dem Trockenfallen
  • Schadensaufnahme und Festlegung der Bearbeitungsflächen
  • Punktstrahlen (Spot Blasting) oder vollflächiges Strahlen
  • Ausbessern des Korrosionsschutzes, dann Tie Coat und Antifouling
  • Schichtdickenmessung und Einhaltung der Wassereinsatzzeiten

Die Dockzeit ist eng getaktet, weshalb Wetter, Taupunkt und Aushärtezeiten besonders sorgfältig geplant werden müssen. Häufige Probleme sind zu dünne Schichten an Schweißnähten und Kimmen, unverträgliche Antifoulings auf dem Altanstrich und zu kurze Aushärtung vor dem Ausdocken. Das Antifouling muss den Vorgaben des AFS-Übereinkommens der IMO entsprechen. Beschichtungen unter kathodischem Schutz sind der Kategorie Im4 nach DIN EN ISO 12944-2 zuzuordnen. COATER berücksichtigt Dockplan, Altanstrich und Fahrtprofil bei der Planung eines Unterwasseranstrichs.

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Häufige Fragen: Unterwasseranstrich

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Das richtet sich nach dem Dockintervall des Schiffes, das wiederum von Klassifikationsgesellschaft, Schiffstyp und Betreiber abhängt. Häufig wird der Anstrich bei jeder planmäßigen Dockung teilweise oder vollständig erneuert. Der Korrosionsschutz bleibt dabei oft über mehrere Dockzyklen erhalten und wird nur örtlich ausgebessert. Das Antifouling wird dagegen meist bei jeder Dockung in der für das nächste Intervall erforderlichen Schichtdicke aufgetragen.

Nein, in vielen Fällen genügt es, beschädigte und korrodierte Stellen punktuell zu strahlen und auszubessern. Ein vollflächiges Strahlen wird nötig, wenn die Altschichten großflächig enthaften, zu dick aufgebaut sind oder ein Systemwechsel ansteht, etwa auf Foul-Release. Die Entscheidung sollte auf Basis einer Zustandsaufnahme nach dem Reinigen getroffen werden. Sie hat großen Einfluss auf Dockzeit und Kosten.

Jedes Produkt hat eine im Datenblatt angegebene Mindestzeit bis zum Wassereinsatz, die stark von Temperatur und Schichtdicke abhängt. Wird zu früh ausgedockt, kann das Antifouling beschädigt werden oder seine Wirkung nicht richtig entfalten. Auch die darunterliegenden Korrosionsschutzschichten müssen ausreichend ausgehärtet sein. In kalten Jahreszeiten kann dies den Dockplan verlängern und sollte frühzeitig berücksichtigt werden.