Glossar · Beschichtung & Korrosionsschutz
Blasenbildung: Bildung von flüssigkeits- oder gasgefüllten Aufwölbungen in oder unter einer Beschichtung. Blasen zeigen einen örtlichen Haftungsverlust an und sind häufig Vorboten von Unterrostung und Abplatzungen.
Blasen entstehen, wenn sich zwischen Untergrund und Beschichtung oder zwischen zwei Schichten Wasser, Lösemittel oder Gas ansammelt und den Film anhebt. Eine der häufigsten Ursachen ist osmotische Blasenbildung: Wasserlösliche Salze, die bei der Oberflächenvorbereitung nicht entfernt wurden, ziehen Feuchtigkeit durch den Film an. Weitere Ursachen sind eingeschlossene Lösemittel bei zu dicken Schichten oder zu kurzen Überarbeitungszeiten, Ausgasung aus porösen Untergründen sowie kathodische Enthaftung bei Bauteilen unter kathodischem Korrosionsschutz. Besonders gefährdet sind dauerhaft eingetauchte oder kondensatbelastete Flächen.
Bewertet wird Blasenbildung nach DIN EN ISO 4628-2. Die Norm beschreibt Menge und Größe der Blasen jeweils mit Kennzahlen von 0 bis 5 und stellt Vergleichsbilder bereit. Für die Ursachenanalyse sind zusätzlich wichtig:
Vorbeugend wirken eine salzarme, sauber gestrahlte Oberfläche, eingehaltene Schichtdicken und Klimabedingungen sowie ein für die Belastung geeignetes System. Bei der Instandsetzung reicht es selten, Blasen nur zu öffnen und zu überstreichen; die betroffenen Bereiche müssen bis auf festhaftendes Material zurückgearbeitet werden. COATER betrachtet bei Schadensbildern dieser Art Vorbereitung, Applikation und Umgebung gemeinsam, bevor ein Instandsetzungsweg festgelegt wird.
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Projekt anfragen+49 (0)40 756 667 32Bei osmotischer Blasenbildung ziehen wasserlösliche Salze unter der Beschichtung Wasser durch den Film an. Der entstehende Druck hebt die Beschichtung lokal vom Untergrund ab. Typisch ist dieses Schadensbild bei eingetauchten oder ständig feuchten Flächen. Die wirksamste Vorbeugung ist eine Oberfläche mit geringer Salzbelastung vor dem Beschichten.
Die Bewertung erfolgt nach DIN EN ISO 4628-2 anhand von Menge und Größe der Blasen. Beide Merkmale werden mit Kennzahlen von 0 bis 5 beschrieben, wobei 0 keine Blasen bedeutet. Vergleichsbilder in der Norm erleichtern die Einstufung. Für eine Schadensanalyse sollte zusätzlich dokumentiert werden, in welcher Schichtebene die Blasen liegen.
Davon ist abzuraten, weil die Ursache unter der Blase bestehen bleibt. Häufig hat bereits Unterrostung eingesetzt oder es befinden sich Salze auf dem Untergrund. Wer nur überstreicht, schließt diese Bedingungen erneut ein und riskiert weitere Schäden. Fachgerecht ist das Entfernen der lockeren Beschichtung, eine erneute Oberflächenvorbereitung und ein systemgerechter Neuaufbau.
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