Glossar · Beschichtung & Korrosionsschutz
DIN EN ISO 12944: Internationale Normenreihe für den Korrosionsschutz von Stahlbauten durch Beschichtungssysteme. Sie definiert unter anderem Korrosivitätskategorien, Schutzdauern, Anforderungen an die Oberflächenvorbereitung und Prüfverfahren. Die Norm ist eine Planungs- und Ausführungsgrundlage, kein Zertifikat.
Die DIN EN ISO 12944 ist im deutschsprachigen Raum die zentrale Grundlage, wenn Stahlbauten durch Beschichtungssysteme vor Korrosion geschützt werden sollen. Planer, Auftraggeber, Hersteller und Verarbeiter nutzen sie als gemeinsame Sprache für Ausschreibung, Ausführung und Abnahme. Die Normenreihe gliedert sich in mehrere Teile: Sie ist in Deutschland als DIN-Norm übernommen und wird in Bauverträgen, Werkvorschriften und technischen Spezifikationen regelmäßig in Bezug genommen. Die aktuellen Ausgaben der wichtigsten Teile stammen überwiegend aus den Jahren 2017 und 2018.
Wichtig ist das richtige Verständnis: Die Norm beschreibt Anforderungen und Verfahren, sie ist kein Zertifikat für ein Unternehmen oder ein Produkt. Aussagen wie „nach DIN EN ISO 12944 zertifiziert“ sind daher missverständlich; korrekt ist etwa ein System, das nach Teil 6 oder Teil 9 geprüft wurde. Ein häufiger Fehler in Ausschreibungen ist die pauschale Nennung der Norm ohne Angabe von Korrosivitätskategorie, Schutzdauer, Vorbereitungsgrad und Sollschichtdicken. COATER nutzt die Norm als Planungs- und Ausführungsgrundlage und stimmt die konkreten Festlegungen mit dem Auftraggeber ab.
Antworten auf typische Fragen von Einkäufern, Planern und Werften rund um DIN EN ISO 12944.
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Projekt anfragen+49 (0)40 756 667 32Die Norm selbst sieht keine Zertifizierung von Unternehmen vor, sie definiert Anforderungen, Kategorien und Prüfverfahren. Beschichtungssysteme können jedoch nach Teil 6 oder Teil 9 im Labor geprüft werden, und das Prüfergebnis wird dann für eine bestimmte Kategorie und Schutzdauer ausgewiesen. Personal kann über eigene Qualifizierungsprogramme wie FROSIO oder Fachkurse geschult werden. Bei Angeboten sollte daher genau hinterfragt werden, worauf sich eine Normbezugnahme bezieht.
Mindestens sollten Korrosivitäts- oder Immersionskategorie, geforderte Schutzdauer, Untergrund, Vorbereitungsgrad nach DIN EN ISO 8501-1 und das Beschichtungssystem mit Sollschichtdicken angegeben werden. Hinzu kommen Prüfungen, Abnahmekriterien und gegebenenfalls Referenzflächen. Teil 8 der Norm beschreibt, wie eine solche Spezifikation strukturiert werden kann. Je präziser die Angaben, desto besser lassen sich Angebote vergleichen.
Die Normenreihe ist für Stahlbauten ausgelegt, einschließlich feuerverzinkter und thermisch gespritzter Oberflächen. Beton, Aluminium oder andere Werkstoffe sind nicht ihr eigentlicher Anwendungsbereich. Für Betonschutz gelten andere Regelwerke, etwa die DIN EN 1504 und in Deutschland ergänzende Richtlinien. Die Prinzipien zu Umgebungsbedingungen und Schutzdauer werden in der Praxis dennoch oft sinngemäß herangezogen.
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