Zurück zum Glossar

Strahlen: Verfahren der Oberflächenvorbereitung, bei dem ein Strahlmittel mit hoher Geschwindigkeit auf die Oberfläche geschleudert wird. So werden Rost, Zunder und Altbeschichtungen entfernt und das gewünschte Rauheitsprofil erzeugt.

Strahlen ist das wichtigste Verfahren, um Stahloberflächen für hochwertige Beschichtungssysteme vorzubereiten. Durch den Aufprall des Strahlmittels werden Rost, Walzhaut, alte Beschichtungen und Verunreinigungen entfernt, gleichzeitig entsteht ein Rauheitsprofil für die Haftung der Grundbeschichtung. Das Ergebnis wird über den Reinheitsgrad nach DIN EN ISO 8501-1 und die Rauheit nach DIN EN ISO 8503 beschrieben. In der Praxis werden verschiedene Strahlverfahren eingesetzt:

  • Druckluftstrahlen mit mineralischen oder metallischen Strahlmitteln, mobil auf Baustellen und Werften
  • Schleuderradstrahlen in stationären Anlagen für Bleche, Profile und Serienteile
  • Höchstdruck-Wasserstrahlen nach DIN EN ISO 8501-4, ohne Rauheitserzeugung
  • Feuchtstrahlen und Sweep-Strahlen für spezielle Anwendungen, z. B. Verzinkung

Die Auswahl des Strahlmittels richtet sich nach Untergrund, gefordertem Profil und Umweltauflagen. Anforderungen an metallische Strahlmittel sind in DIN EN ISO 11124, an nichtmetallische in DIN EN ISO 11126 geregelt. Typische Fehler sind verunreinigtes oder zu feines Strahlmittel, ungenügende Entstaubung und das Strahlen bei hoher Luftfeuchte, wodurch frisch gestrahlte Flächen schnell anrosten. Beim Entfernen von Altbeschichtungen ist außerdem zu prüfen, ob Schadstoffe wie Blei, Chromat oder PAK enthalten sind, die besondere Schutz- und Entsorgungsmaßnahmen erfordern. COATER plant Strahlverfahren, Strahlmittel und Einhausung abhängig von Objekt, Umgebung und Altbeschichtung.

Mehr zum Thema: OberflächenvorbereitungZur Leistung
FAQ

Häufige Fragen: Strahlen

Antworten auf typische Fragen von Einkäufern, Planern und Werften rund um Strahlen.

Ihre Frage ist nicht dabei?

Wir beraten Sie unverbindlich zu Ihrem Projekt – persönlich und fachkundig.

Projekt anfragen+49 (0)40 756 667 32

Das hängt vom geforderten Rauheitsprofil, vom Verfahren und von den Umgebungsbedingungen ab. Kantige Strahlmittel wie Hartgussgranulat oder Schmelzkammerschlacke erzeugen ein raues, gut haftendes Profil und sind im Korrosionsschutz üblich. Kugelige Strahlmittel verdichten die Oberfläche eher und werden vor allem für Reinigungs- und Verfestigungsaufgaben eingesetzt. In geschlossenen Anlagen werden oft wiederverwendbare metallische Strahlmittel genutzt, auf Baustellen häufig mineralische Einwegstrahlmittel.

Höchstdruck-Wasserstrahlen entfernt Altbeschichtungen, Rost und lösliche Salze sehr wirksam, ohne Staub und ohne Strahlmittelabfall. Es erzeugt jedoch kein neues Rauheitsprofil, sondern legt das vorhandene Profil frei. Deshalb eignet es sich besonders für Instandsetzungen auf früher gestrahlten Flächen und bei hohen Salzbelastungen, etwa im Schiffbau. Die Vorbereitungsgrade und Flugrostgrade dafür beschreibt DIN EN ISO 8501-4.

Vor dem Strahlen sollte geklärt werden, ob die Altbeschichtung Schadstoffe wie Blei, Chromate, Asbest oder PAK enthält. In solchen Fällen gelten besondere Anforderungen an Arbeitsschutz, Einhausung, Abluftfilterung und Entsorgung. Diese Maßnahmen beeinflussen Kosten und Bauzeit erheblich. Eine Schadstoffuntersuchung im Vorfeld der Ausschreibung schafft Planungssicherheit und vermeidet Nachträge. Auch Anwohner- und Gewässerschutz können zusätzliche Auflagen nach sich ziehen.