Glossar · Beschichtung & Korrosionsschutz
Rauheit: Oberflächenprofil eines gestrahlten Untergrunds, geprüft nach DIN EN ISO 8503. Eine passende Rauheit vergrößert die wirksame Oberfläche und verbessert die Haftung des Beschichtungssystems.
Durch Strahlen entsteht auf Stahl ein Oberflächenprofil aus Spitzen und Tälern. Dieses Profil vergrößert die wirksame Kontaktfläche und schafft eine mechanische Verankerung für die Grundbeschichtung. Die Rauheit muss dabei zum Beschichtungssystem passen: Ist sie zu gering, haftet die Beschichtung schlechter; ist sie zu hoch, können Profilspitzen durch dünne Schichten ragen und zu Ansatzpunkten für Korrosion werden. Die geforderte Rauheit wird daher im Datenblatt des Primers oder in der Spezifikation festgelegt.
Die Normenreihe DIN EN ISO 8503 beschreibt Bewertung und Messung der Rauheit:
Im schweren Korrosionsschutz wird häufig ein mittleres Profil mit kantigem Strahlmittel gefordert, die konkreten Werte hängen jedoch vom System ab. Einflussfaktoren sind Art, Korngröße und Härte des Strahlmittels, Strahldruck, Strahlwinkel und Abstand sowie die Härte des Stahls. Verbrauchtes oder verunreinigtes Strahlmittel führt zu ungleichmäßigen Profilen. Zu beachten ist auch, dass die Rauheit die Schichtdickenmessung beeinflusst; DIN EN ISO 19840 enthält dafür Korrekturwerte. COATER stimmt Strahlmittel und Strahlparameter auf die geforderte Rauheit des jeweiligen Systems ab.
Antworten auf typische Fragen von Einkäufern, Planern und Werften rund um Rauheit.
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Projekt anfragen+49 (0)40 756 667 32Eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht, die Vorgabe stammt aus dem technischen Datenblatt der Grundbeschichtung oder aus der Spezifikation. Häufig wird ein Profil im Bereich mittel nach DIN EN ISO 8503-1, erzeugt mit kantigem Strahlmittel, gefordert. Zinkstaubgrundierungen und dickschichtige Systeme haben teilweise eigene Anforderungen. Wichtig ist, dass die geforderte Rauheit vor dem Strahlen bekannt ist und Strahlmittel sowie Parameter darauf abgestimmt werden.
Am häufigsten wird mit einem Rauheitsvergleichsmuster nach DIN EN ISO 8503-1 gearbeitet, das visuell und taktil mit der gestrahlten Fläche verglichen wird. Für genauere Zahlenwerte eignen sich Abdruckbänder nach DIN EN ISO 8503-5, die ein Profil in einen Schaumstoff übertragen und mit einer Messuhr ausgewertet werden. Im Labor oder bei Streitfällen kommen Tastschnittgeräte zum Einsatz. Die Ergebnisse sollten mit Messstelle und Datum dokumentiert werden.
Ja, ein zu grobes Profil kann problematisch sein. Die Profilspitzen werden von der Beschichtung schlechter abgedeckt und können bei dünnen Schichten aus dem Film herausragen. Außerdem steigt der Materialverbrauch, da mehr Beschichtung zum Auffüllen des Profils nötig ist. Bei der Abnahme der Trockenschichtdicke muss das Profil zudem rechnerisch berücksichtigt werden, damit die tatsächliche Schichtdicke über den Spitzen ausreichend ist.
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