Glossar · Beschichtung & Korrosionsschutz
Foul-Release-Beschichtung: Biozidfreie Unterwasserbeschichtung mit sehr glatter, meist silikonbasierter Oberfläche. Bewuchs haftet nur schwach und wird bei Fahrt abgelöst. Sie ist eine umweltfreundliche Alternative zu klassischem Antifouling.
Foul-Release-Beschichtungen verfolgen ein anderes Prinzip als klassische Antifoulings: Statt Biozide abzugeben, bieten sie Organismen eine sehr glatte Oberfläche mit niedriger Oberflächenenergie, meist auf Silikon- oder Fluorpolymerbasis. Bewuchs kann sich zwar ansetzen, haftet aber nur schwach und wird ab einer gewissen Fahrtgeschwindigkeit durch die Strömung wieder abgelöst. Zusätzlich verringert die glatte Oberfläche den Reibungswiderstand des Rumpfs. Foul-Release-Systeme werden vor allem bei Schiffen mit regelmäßigem Fahrtprofil eingesetzt. Im Vergleich zu biozidhaltigen Antifoulings entfällt die Abgabe von Wirkstoffen ins Wasser, was für Betreiber mit Umweltauflagen oder Nachhaltigkeitszielen interessant ist. Die Anschaffung ist allerdings in der Regel aufwendiger, sodass sich das System über die Einsatzzeit rechnen muss.
Für den Erfolg eines Foul-Release-Systems sind diese Punkte maßgeblich:
Bei langen Liegezeiten oder sehr langsamer Fahrt kann sich Bewuchs festsetzen, der dann gereinigt werden muss. Die weichen Silikonoberflächen sind empfindlicher gegenüber Beschädigungen durch Fender, Schlepper oder Reinigungsgeräte als harte Beschichtungen. In der Applikation sind saubere Abklebung und Abschirmung entscheidend, weil Silikonverschleppung die Haftung anderer Beschichtungen auf dem Schiff stören kann. COATER berücksichtigt Fahrtprofil, Dockplanung und Arbeitsumgebung, wenn ein Foul-Release-System in Betracht kommt.
Antworten auf typische Fragen von Einkäufern, Planern und Werften rund um Foul-Release-Beschichtung.
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Projekt anfragen+49 (0)40 756 667 32Foul-Release-Systeme eignen sich besonders für Schiffe mit regelmäßigen Fahrten und ausreichender Geschwindigkeit, etwa Containerschiffe, Fähren oder Kreuzfahrtschiffe. Die Strömung bei Fahrt sorgt dafür, dass locker anhaftender Bewuchs abgelöst wird. Bei Schiffen mit langen Liegezeiten, sehr niedriger Geschwindigkeit oder häufigem Kontakt mit Fendern sind klassische Antifoulings oft die robustere Wahl. Die Entscheidung sollte auf Basis des tatsächlichen Betriebsprofils getroffen werden.
Die meisten Foul-Release-Systeme wirken rein physikalisch über ihre glatte, wenig haftende Oberfläche und enthalten keine Biozide. Es gibt jedoch auch Hybridprodukte, die zusätzlich geringe Mengen bewuchshemmender Wirkstoffe enthalten. Wer ein vollständig biozidfreies System benötigt, etwa aus Umweltgründen oder für bestimmte Gewässer, sollte das im Technischen Datenblatt prüfen. Bei biozidhaltigen Varianten gelten die üblichen Zulassungsanforderungen.
Nicht direkt, denn Silikon-Deckschichten haften nicht auf herkömmlichen Antifoulings. In der Regel muss das alte Antifouling entfernt oder mit einer geeigneten Sperrschicht versiegelt werden. Danach folgt ein Haftvermittler (Tie Coat), der die Verbindung zwischen Korrosionsschutz und Silikonschicht herstellt. Der genaue Aufbau wird vom Hersteller vorgegeben und sollte bei der Dockplanung frühzeitig berücksichtigt werden.
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