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Beschichtungssystem: Abgestimmter Aufbau aus mehreren Schichten – meist Grundbeschichtung, Zwischenbeschichtung und Deckbeschichtung – mit festgelegten Schichtdicken. Das System wird nach Untergrund, Korrosivitätskategorie und gewünschter Schutzdauer ausgewählt.

Ein Beschichtungssystem ist mehr als die Summe einzelner Produkte: Grund-, Zwischen- und Deckbeschichtung müssen chemisch zueinander passen, auf den Untergrund abgestimmt sein und in der vorgesehenen Sollschichtdicke aufgebracht werden. DIN EN ISO 12944-5 enthält beispielhafte Systeme für Stahl, feuerverzinkten Stahl und thermisch gespritzte Metallüberzüge, gegliedert nach Korrosivitätskategorie und Schutzdauer. Für Offshore- und vergleichbare Belastungen kommt DIN EN ISO 12944-9 hinzu. In der Spezifikation wird ein System daher immer mit Produkten, Schichtfolge, Sollschichtdicken und Vorbereitungsgrad beschrieben, nicht nur mit einem Produktnamen. Ein gut gewähltes System ist die Voraussetzung dafür, die geplante Schutzdauer tatsächlich zu erreichen und Instandsetzungen planbar zu machen.

Bei der Auswahl eines Systems spielen vor allem diese Faktoren zusammen:

  • Untergrund und erreichbarer Vorbereitungsgrad
  • Korrosivitäts- oder Immersionskategorie am Einsatzort
  • geforderte Schutzdauer und Wartungskonzept
  • zusätzliche Belastungen wie Chemikalien, Abrieb, UV oder Temperatur
  • Applikationsbedingungen in Werk oder auf Baustelle

Häufige Fehler sind das Kombinieren von Produkten verschiedener Hersteller ohne Verträglichkeitsnachweis, zu geringe Schichtdicken an Kanten und überschrittene Überarbeitungsintervalle. Die Spezifikation sollte deshalb nach DIN EN ISO 12944-8 eindeutig festhalten, welche Produkte, Schichtdicken, Prüfungen und Referenzflächen gelten. COATER bewertet bei der Materialauswahl Untergrund, Umgebung und Schutzziel gemeinsam, um ein zum Objekt passendes System vorzuschlagen.

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Häufige Fragen: Beschichtungssystem

Antworten auf typische Fragen von Einkäufern, Planern und Werften rund um Beschichtungssystem.

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Im schweren Korrosionsschutz bestehen Systeme häufig aus zwei bis vier Schichten, also Grundbeschichtung, einer oder mehreren Zwischenbeschichtungen und einer Deckbeschichtung. Moderne Dickschichtprodukte erlauben teilweise auch Systeme mit weniger Schichten bei gleicher Gesamtschichtdicke. Die Anzahl ergibt sich aus Korrosivitätskategorie, Schutzdauer und den Eigenschaften der gewählten Produkte. Beispielsysteme dafür enthält DIN EN ISO 12944-5.

Technisch ist das nicht grundsätzlich ausgeschlossen, birgt aber Risiken bei Haftung, Überarbeitbarkeit und Gewährleistung. Die Hersteller geben in der Regel nur für ihre eigenen, aufeinander abgestimmten Produkte Empfehlungen ab. Wird dennoch kombiniert, sollte die Verträglichkeit durch Herstellerfreigaben oder Prüfungen nachgewiesen werden. In öffentlichen Bauvorhaben sind oft nur geprüfte Gesamtsysteme zulässig.

Die Sollschichtdicke, im Englischen Nominal Dry Film Thickness (NDFT), ist die für jede Schicht bzw. das Gesamtsystem festgelegte Trockenschichtdicke. Sie ist die Bezugsgröße für die Abnahme nach DIN EN ISO 19840. Dort ist geregelt, wie viele Einzelwerte unterhalb der Sollschichtdicke liegen dürfen und welche Mindestwerte nicht unterschritten werden dürfen. Auch eine Obergrenze sollte festgelegt sein, da zu dicke Schichten ebenfalls zu Schäden führen können.