Glossar · Beschichtung & Korrosionsschutz
Trockenschichtdicke: Dicke der ausgehärteten Beschichtung, gemessen in Mikrometern (µm). Sie wird zerstörungsfrei geprüft und dokumentiert und ist ein zentraler Kennwert für den Korrosionsschutz eines Beschichtungssystems.
Die Trockenschichtdicke ist neben der Oberflächenvorbereitung der wichtigste messbare Faktor für die Schutzwirkung eines Beschichtungssystems. Zu dünne Schichten bieten weniger Barriere gegen Wasser, Sauerstoff und Salze und verkürzen die Schutzdauer. Zu dicke Schichten können dagegen zu Rissbildung, Lösemitteleinschlüssen, verlängerter Aushärtung und Spannungen führen, besonders bei Zinkstaubgrundierungen auf Silikatbasis. Deshalb werden in der Spezifikation für jede Schicht und für das Gesamtsystem Sollschichtdicken und Höchstwerte festgelegt.
Gemessen wird zerstörungsfrei nach DIN EN ISO 2808, auf Stahl meist nach dem magnetinduktiven Verfahren, auf Nichteisenmetallen mit dem Wirbelstromverfahren. Für die Abnahme auf rauen Stahloberflächen regelt DIN EN ISO 19840:
Typische Fehler sind falsch kalibrierte Geräte, zu wenige Messpunkte, das Messen nur auf ebenen, gut erreichbaren Flächen und das Vernachlässigen von Kanten und Schweißnähten. Auch die Messung vor vollständiger Durchtrocknung kann Werte verfälschen. Für Bauteile mit Duplex-Systemen muss zusätzlich die Zinkschichtdicke getrennt berücksichtigt werden. COATER legt Messplan, Messgeräte und Dokumentation der Trockenschichtdicke als Bestandteil der Qualitätskontrolle fest.
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Projekt anfragen+49 (0)40 756 667 32Die sogenannte 80/20-Regel nach DIN EN ISO 19840 besagt, dass höchstens 20 % der Einzelmesswerte unter der Sollschichtdicke liegen dürfen. Gleichzeitig darf kein einzelner Wert weniger als 80 % der Sollschichtdicke betragen. Zusätzlich muss der Mittelwert mindestens die Sollschichtdicke erreichen. Abweichende Vereinbarungen sind möglich, sie sollten aber ausdrücklich in der Spezifikation festgehalten werden.
Ja, zu dicke Schichten können ebenso Schäden verursachen wie zu dünne. Viele Spezifikationen begrenzen die Höchstschichtdicke, häufig auf das Dreifache der Sollschichtdicke, sofern Hersteller oder Projekt nichts anderes vorgeben. Bei Zinkstaubgrundierungen auf Ethylsilikatbasis sind die zulässigen Höchstwerte oft deutlich enger, weil sonst Schrumpfrisse entstehen. Die maßgeblichen Grenzwerte stehen im technischen Datenblatt.
Die Anzahl richtet sich nach der Größe der Prüffläche und ist in DIN EN ISO 19840 in Abhängigkeit von der Fläche gestaffelt. Bei großen Flächen werden die Messungen auf repräsentative Teilflächen verteilt. Kanten, Ecken und Schweißnähte sollten in den Messplan einbezogen werden, weil dort häufig Unterschreitungen auftreten. Der Messplan sollte vor Beginn der Arbeiten zwischen Auftraggeber und Ausführendem abgestimmt werden.
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