Glossar · Beschichtung & Korrosionsschutz
Nassschichtdicke: Dicke einer frisch aufgetragenen, noch nicht getrockneten Beschichtung. Sie wird während der Applikation mit einem Messkamm kontrolliert, damit nach der Trocknung die geforderte Trockenschichtdicke erreicht wird.
Die Nassschichtdicke ist das wichtigste Steuerungsinstrument für den Verarbeiter während der Applikation. Weil sich die Trockenschichtdicke erst nach dem Abdunsten der Lösemittel und der Aushärtung messen lässt, kontrolliert der Beschichter unmittelbar nach dem Auftrag die nasse Schicht und korrigiert bei Bedarf sofort. Gemessen wird meist mit einem Nassschichtdickenkamm nach DIN EN ISO 2808: Der Kamm wird senkrecht in die frische Schicht gesetzt, und der letzte benetzte Zahn zeigt die Dicke an. Alternativ gibt es Messräder für glatte Flächen.
Die Umrechnung erfolgt über den Festkörpergehalt nach Volumen aus dem technischen Datenblatt:
Ein Beispiel: Bei 60 % Volumenfestkörper ergeben 200 µm nass etwa 120 µm trocken. Typische Fehlerquellen sind schräg aufgesetzte Kämme, Messungen erst einige Minuten nach dem Auftrag, wenn bereits Lösemittel verdunstet ist, und das Vergessen der Verdünnung bei der Umrechnung. Die Nassschichtmessung ersetzt nicht die spätere Abnahme der Trockenschichtdicke, sie verhindert aber, dass Unter- oder Überschreitungen erst nach der Aushärtung auffallen. COATER plant Messintervalle und Dokumentation der Nassschichtdicke als Teil der laufenden Qualitätskontrolle.
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Projekt anfragen+49 (0)40 756 667 32Die Trockenschichtdicke ergibt sich aus der Nassschichtdicke multipliziert mit dem Volumenfestkörper in Prozent, geteilt durch 100. Der Volumenfestkörper steht im technischen Datenblatt des Beschichtungsstoffs. Wird das Material verdünnt, sinkt der Festkörperanteil, und es muss entsprechend dicker nass aufgetragen werden. Für die Praxis geben viele Hersteller die empfohlene Nassschichtdicke für die Ziel-Trockenschichtdicke direkt im Datenblatt an.
Die Messung sollte unmittelbar nach dem Auftrag erfolgen, bevor nennenswerte Mengen Lösemittel verdunstet sind. Bei schnell trocknenden Produkten sind dafür oft nur wenige Sekunden bis Minuten Zeit. Gemessen wird regelmäßig über die gesamte Fläche, insbesondere an Kanten, Ecken und schwer zugänglichen Stellen. Die Messwerte dienen der sofortigen Korrektur, etwa durch einen weiteren Spritzgang an zu dünnen Stellen.
Der Kamm hinterlässt kleine Markierungen in der frischen Schicht, die bei vielen Produkten wieder verlaufen. Bei dünnen Deckschichten oder schnell trocknenden Materialien können sie jedoch sichtbar bleiben oder die Schichtdicke örtlich verringern. Deshalb wird häufig an weniger sichtbaren Stellen gemessen oder die Messstelle anschließend überrollt bzw. überspritzt. Bei optisch anspruchsvollen Flächen kann zudem auf Referenzbleche ausgewichen werden.
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