Glossar · Beschichtung & Korrosionsschutz
Topfzeit: Zeitraum, in dem ein angemischter Mehrkomponenten-Beschichtungsstoff verarbeitet werden kann. Nach Ablauf der Topfzeit ist die chemische Reaktion so weit fortgeschritten, dass Verlauf, Haftung und Beständigkeit leiden.
Sobald Stammkomponente und Härter eines 2K-Systems gemischt sind, beginnt die Vernetzungsreaktion. Die Topfzeit, auch Verarbeitungszeit oder Pot Life genannt, gibt an, wie lange das Gemisch unter festgelegten Bedingungen noch einwandfrei verarbeitet werden kann. Die Prüfung ist in DIN EN ISO 9514 beschrieben; maßgeblich für die Praxis ist der im technischen Datenblatt genannte Wert. Wichtig: Das Ende der Topfzeit ist nicht immer an einer Verdickung erkennbar. Manche Produkte bleiben scheinbar verarbeitbar, obwohl ihre Eigenschaften bereits eingeschränkt sind. Bei einigen Systemen schreibt der Hersteller zusätzlich eine Vorreaktions- oder Reifezeit nach dem Mischen vor, die vor Beginn der Applikation abgewartet werden muss und nicht mit der Topfzeit verwechselt werden darf.
Die Topfzeit hängt stark von den Bedingungen ab. Einflussgrößen sind:
In der Praxis wird deshalb nur so viel angemischt, wie innerhalb der Topfzeit sicher verarbeitet werden kann. Bei großen Flächen kommen Zweikomponenten-Spritzanlagen zum Einsatz, die erst kurz vor der Pistole mischen. Überlagertes Material darf nicht durch Verdünnen wieder verarbeitbar gemacht werden. COATER plant Ansatzmengen, Arbeitsabschnitte und Temperaturen so, dass die Topfzeit auch bei wechselnden Bedingungen eingehalten wird.
Antworten auf typische Fragen von Einkäufern, Planern und Werften rund um Topfzeit.
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Projekt anfragen+49 (0)40 756 667 32Nein, die Topfzeit bezieht sich auf das angemischte Material im Gebinde, die Trockenzeit auf den aufgetragenen Film. Die Topfzeit endet, bevor das Material im Eimer unbrauchbar wird. Die Trocken- und Aushärtezeit beschreibt dagegen, wann der Film staubtrocken, grifffest, überarbeitbar oder voll belastbar ist. Beide Werte stehen getrennt im technischen Datenblatt.
Die Vernetzungsreaktion läuft bei höheren Temperaturen schneller ab. Zusätzlich setzt die Reaktion selbst Wärme frei, die sich in großen Gebinden staut. Dadurch beschleunigt sich der Prozess weiter. Bei hohen Temperaturen sollten daher kleinere Mengen angemischt und das Material kühl gelagert werden.
Nein, Verdünnen macht ein überlagertes Gemisch nur scheinbar wieder verarbeitbar. Die chemische Reaktion ist bereits fortgeschritten und lässt sich nicht rückgängig machen. Der Film kann schlechter haften, spröde werden oder nicht vollständig aushärten. Abgelaufenes Material sollte deshalb verworfen werden.
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